Integriertes Innenstadtkonzept II vorgestellt — Ganzheitliche Stadtentwicklung fehlt

In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt wurde das „neue“ integrierte Innenstadtkonzept am 24.8.2017 vorgestellt. Die dort vorgestellte Präsentation können Sie unter folgendem Link herunterladen.

Auf 53 Seiten hat die Planungsgruppe MWM die „Visionen“ für die Entwicklung der Radevormwalder Innenstadt vorgestellt.

Umfang des integrierten Innenstadtkonzeptes

Geltungsbereich des integrierten Innenstadtkonzeptes

Dabei wurde die Innenstadt in 4 „Lupenräume“ aufgeteilt und die möglichen Verbesserungen dargestellt.

Lupenraum „Stadtkern“

Hier ist nichts inhaltliches Neues zu den schon bekannten Planungen präsentiert worden. Der Bau eines Kreisverkehrs am Innenstadteingang West hatten wir schon im ersten Innenstadtkonzept gesehen. Die Maßnahme wurde damals mit der Mehrheit der grossen Fraktionen abgelehnt. Die UWG hat sich dazu eindeutig positioniert. Unverständlich ist es auch das in dem vorgestellten Konzept die Hohenfuhrstrasse nur in Teilen ausgebaut werden soll. 

Lupenraum „Nord“ (Life-ness)

Hier sind große Visionen präsentiert worden. Eine Hotelanlage, ein Umbau des life-ness ( 1 Mio. €) und eine Wohnbebauung wird als Verbesserungspotential vorgeschlagen. Mit dem Umbau des life-ness soll die u. A. die Wasserfläche vergrössert werden.

Zur Erinnerung:

Mit dem Umbau vom aquafun zum life-ness wurde die Wasserfläche verringert. Bei den Sitzungen des Ausschusses Eigenbetriebe und Beteiligungen berichtete der Geschäftsführer des life-ness in der Vergangenheit mehrfach das das Schwimmbecken erhebliche Kosten verursacht.

Die Kosten für das Hotel (17 Mio. €) und die Wohnbebauung (Wohnen im Park) werden mit insgesamt 32 Mio. € geschätzt. Hier sollen Investoren die Finanzierung übernehmen. Interessenten gäbe es bereits. Konkretes konnte aber nicht genannt werde.

Lupenraum „West“

Auch hier sind große Visionen präsentiert worden. Der Umbau des kompletten Bereiches wird mit min. 11 Mio. € geschätzt. Auch hier sind die Investoren gefragt. Aber auch hier war Konkretes (Interessenten, etc.) nicht zu erfahren.

Lupenraum „Ost“

Mit Visionen geht es auch hier weiter. Hier sind wir bei min. 18. Mio € die, man kann es erahnen, auch durch Investoren erbracht werden sollen. 

Die UWG Fraktion wird sich am 29.8.17 intensiv mit dem integrierten Innenstadtkonzept beschäftigen. Leider kann man jetzt aber schon feststellen das eine ganzheitliche Stadtentwicklung (wieder einmal) in Radevormwald nicht stattfindet.

Die Stadt hört für Verwaltung und Planer anscheinend an den Grenzen der Innenstadt auf. Eine Nord- oder Südstadt oder die Entwicklung anderer Stadteile (Bergerhof, etc.) und die Förderung der Wupperorte gehört nicht zu den Entwicklungszielen. Auch die Probleme der Schulplanung (Raumplanung Lindenbaum, etc.) hat es, trotz Hinweise aus der Bürgerwerkstatt, nicht in das Konzept geschafft.    

Am 31.8. findet um 18:00 Uhr eine Informationsveranstaltung in der Sparkasse Radevormwald statt. Bitte nutzen Sie diese Informationsveranstaltung.

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2 Kommentare zu Integriertes Innenstadtkonzept II vorgestellt — Ganzheitliche Stadtentwicklung fehlt

  1. Ich persönlich bekomme bei dem Wort „Investoren“ bereits Bauchschmerzen, denn große Investoren kommen in der Regel nicht aus Radevormwald und denen ist unsere Stadt völlig egal. Die handeln so, wie es am gewinnbringendsten für sie ist und fragen nicht danach, was uns Radern gefällt. Beispiel Wiebachtal oder die Firma Contec, die uns durch Verdoppelung der Mieten, den meiner Meinung nach, schönsten Laden in Rade, die „Schatzinsel“, kaputt gemacht hat.
    Für die Schatzinsel sind Leute aus Hückeswagen, Wermelskirchen und sogar Gevelsberg nach Rade gekommen. Für irgendeine Ladenkette kommt kein Mensch extra nach Rade, denn diese Kettenfilialen haben sie alle selber. Ich finde die Denkweise des City-Managers, der ja von „klein-klein“ weg will, völlig falsch.

    • Bernd-Eric Hoffmann sagt:

      Hallo Gabi,

      im Wesentlichen ist das auch meine Meinung. Die Aussagen des Citymanagements in dem bestimmte Lagen als „First-Class“ beschrieben werden und demnach auch von den Mietpreisen so gesehen werden halte ich für völlig falsch. Der Radevormwalder Einzelhandel (speziell in der Innenstadt) hat nur eine Chance mit einem hoch qualitativen und dienstleistungsorientierten Angebot zu überleben. Die Schatzinsel ist da ein gutes Beispiel. Große Ketten werden sich, schon auf Grund des beschränkten Platzangebotes, nur außerhalb der Innenstadt ansiedeln können.

      Beste Grüsse
      Eric

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